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SCHWÄBZEITUNG

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MELODIVA

Gesucht, gefunden! Jazzsängerin Chloé Lévy und Pianist Yannick Délez scheinen aufeinander einen unwiderstehlichen, musikalischen Magnetismus auszuüben. Während der zehn Stücke ihres ersten gemeinsamen Albums „Leinicha“ wollen sich Lévys zurückhaltende bis kräftige Vocals und das verspielte Piano Délez’ gar nicht mehr loslassen. Die zwei unterschiedlichen Klänge wirbeln umeinander herum, nähern sich an, umschlingen einander, Kapriolen schlagend, um sich dann, nur scheinbar voneinander lösend, gemeinsam in die Tiefe fallen zu lassen.

Dieses eigensinnige Album fordert volle Aufmerksamkeit. Aber, wer sich darauf einlässt, findet darin eine Eintrittskarte in die bizarrsten Landschaften der Phantasie. Über dem teils sehr rhythmischen und durchgehend dichten Piano, erklingt mal hoch und zerfetzt, mal voll und melodisch der Gesang Chloé Lévys. Die Wurzeln der Sängerin in der Improvisation sind nicht zu überhören. Ihren experimentellen, lyrischen Vocals scheinen erst die Tastenklänge einen tieferen Sinn zu geben. Und am Ende klingt die Musik der beiden Künstler in sich vollkommen logisch. Als habe jeder Ton seinen einzig möglichen Platz gefunden.


ONLINE MUSIK MAGAZINE
Überirdisch - Ein kammermusikalisches Ereignis von Rang

Handel und Plattenlabel bieten dieses Album unter der Überschrift "Jazz" an. Wer es zum ersten, zweiten, dritten Mal hört, kann der Zuordnung schlechterdings nicht zustimmen. Chloë Lévy und Yannick Délez präsentieren nicht nur eines der schönsten Alben dieses Jahres, sie überschreiten mit ihrer Musik wie auf gläsernen Schuhen sämtliche Genre-Grenzen. Deshalb finden Sie "leinicha" hier unter dem ambivalenten Begriff "Klassik" - wobei ich einräume, dabei lediglich einer durch Rubriken vage vorgegebenen Pflicht gefolgt zu sein.

Eingespielt 2006 im Osloer Rainbow Studio bei und von Jan Erik Kongshaug, der Legende der Klang-, Ton- und Aufnahmetechnik, gehören die zehn Stücke des Albums zum besten, was in den zurückliegenden Monaten mein Ohr erreicht hat. Chloë Lévy und Yannick Délez haben mit dieser ersten Zusammenarbeit auf Anhieb einen Platz auf der höchsten Sprosse der Qualitätsleiter erobert. Wie hier eine schimmernde, bezaubernde, geheimnisvolle Stimme und ein Pianist von kristallner Reinheit und deutlichem Weltrang harmonieren, ist nahezu einzigartig. Ihre Klangkreationen sind von ätherischer Schönheit, die Adaption des Jazz-Standards "My Funny Valentine" beinahe überirdisch. So außerhalb aller Dimensionen zeigen sich auch sämtliche weiteren Titel, ob Michel Bastets "Opossum", Xavier Goods "Petit Voyage Matinal" oder die sechs Eigenkompositionen von Lévy/Délez.
Die Musenblätter vergeben - nicht allzu häufig - für besondere Leistungen den "Musenkuß". Der ist hier fällig. Doppelt. Chapeau!

Frank Becker

 

 


(Auszüge aus der französischsprachigen Presse, aus dem Französischen übersetzt)

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TELERAMA ffff

Tatsächlich kommt so etwas höchst selten vor: Eine CD, aus dem Nichts aufgetaucht, verblüfft. Leinicha ist das Werk von zwei in Frankreich unbekannten Künstlern. In der Schweiz haben die junge amerikanisch-schweizerische Sängerin Chloé Lévy und der Waadtländer Pianist Yannick Délez bereits an zahlreichen Projekten teilgenommen (Délez an der Formation Piano Seven - sieben Flügel auf der Bühne). Das Duo erinnert im Geist an The Newest Sound Around , eine Formation, die 1962 Jeanne Lee und Ran Blake den Durchbruch verschaffte. Susanne Abbuehl kommt einem ebenfalls in den Sinn. Eine Musik, die an Grenzen stösst, die zwischen zwei Ebenen schwebt, eine Musik aus fernen Gestaden, umgeben von Geheimnisvollem und Träumerischem, weder Meer noch See noch Fluss, aber dennoch geprägt von einer flüssigen Bewegung - derjenigen der Fantasie. Eine feminine, aber weder mütterliche noch schwesterliche noch töchterliche oder ätherische Musik. Unfassbar wie ein Traum, aber von einer unbestreitbaren Anwesenheit, mit scheinbar intensivierten Formen und Farben.

Hört man sich den einzigen ?Song" der CD, My funny Valentine , an, der wie eine Skizze mit neuen Harmonien versehen wurde, erfasst man die Originalität des Duos: Diese Stimme, die ohne Übergänge Luftsprünge zwischen schrillen, mittelhohen und tiefen Tönen veranstaltet und das Klavier, das eine tadellose Präzision verkörpert. Ihre beflügelte Fantasie ist in Opossum spürbar, einem Stück, das an Chick Corea und sein Return to Forever zumindest anlehnt. Das Stück Queen of Sydney weckt die Erinnerung an die Band Oregon . Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus. Überall sind Feingefühl, Zartheit, Poesie und Hyperprofessionalismus spürbar. Da geschieht etwas - Jazz wird bewegt.

Michel Contat


JAZZMAN ****

CHRONIK DES VOCAL JAZZ

Schliesslich ist es das Ergebnis einer Begegnung zwischen einer amerikanischen Sängerin und einem Schweizer Pianisten, die uns am meisten fasziniert hat. Das Spiel mit den harmonischen Klängen von Chloé Lévy und Yannick Délez in "Leinicha" entführt in ein poetisches Universum, aus dem wir verändert zurückkommen. Man findet hier Spuren der Anwesenheit einer Seele, die andernorts so sehr fehlt...

Jean-Marc Gelin


CITIZEN JAZZ

Liebhaber und Liebhaberinnen von aussergewöhnlichen Sängerinnen wie Susanne Abbuehl, Sidsel Endresen und Claudia Solal werden von Chloé Lévy begeistert sein - von ihrer Stimme natürlich, ihren Kompositionen, ihren (seltenen) Coverversionen und ihrem überwältigenden Pianisten. Wer allergisch auf Poesie, auf grau-blaue Landschaften und Feinfühligkeit ist, halte sich fern. Auf dieses Duo werden wir sicherlich noch zurückkommen...


TRIBUNE DE GENEVE

Chloé Lévy und Yannick Délez erklimmen dichterische Höhen mit der Kunst ihres Jazzduos. Mit 35 Jahren ist es dem Walliser Pianist gelungen, die aus New York stammende Sängerin ganz nach oben zu bringen, ins Rainbow Studio in Oslo - dorthin, wo das Label ECM diesen irisierenden Klang kreierte, der ihm seine Berühmtheit verschafft hat. Yannick Délez zeigt eine unerschöpfliche Leidenschaft für die Melodien, Chloé Lévy eine säuselnde, von Sinnlichkeit und Verwegenheit durchdrungene Präsenz.

Lucas Sabbatini